Oktober 20 2017

Wie ein geschenkter Kaffee meinen Tag rettete

Dieses Erlebnis geschah an einem Freitag im Oktober und die Zeit bis zum erlösenden Aha-Moment dauerte eine scheinbar ewige Zeit…

Noch gestern Abend war ich ganz zuversichtlich, dass mein heiß ersehnter „Power Work Day“ heute wie geplant stattfinden kann. Aber heute Morgen kam es anders als gedacht – mal wieder… Hintergrund: Sohnemann ist seit Dienstag krank, d.h. ich hatte diese Woche schon mal einen Tag, an dem ich spontan ALLES umplanen musste. Kinderarzt statt arbeiten, alle morgentlichen Routinen anpassen und planen, wer ihn die nächsten Tage betreuen kann. Dafür hatte sich glücklicherweise der Papa bereit erklärt. Er hat den Vorteil, dass er seinen Job auch mal von zu Hause erledigen kann. Bei mir und meinem angestellten Job als Erzieherin geht das ja nicht. Und wenn ich nicht da bin, muss einer meiner Kollegen meinen Job übernehmen, wohingegen Büroarbeit auch mal liegen bleiben kann. Also versuche ich meine Ausfallzeiten so gering wie möglich zu halten, zumindest wenn „nur“ eines meiner Kinder krank ist und nicht ich selbst.

Mein heiß ersehnter Power-Work-Day

Aber zurück zu heute: Gestern sah es so aus, als könnte Sohnemann heute wieder in die Kita gehen und ich in Ruhe meinen Power Work Day gestalten mit bis zu 6,5 Stunden arbeiten am Stück. Dazu muss man wissen, dass ich zurzeit in der Regel maximal 3 Stunden am Tag für mein Business zur Verfügung habe, und das meist nur abends, wenn die Kids im Bett sind oder mal Samstagvormittags, wenn Papa mit den Kids beim Einkaufen etc. unterwegs ist. Und ich hatte mich wirklich so auf einen effektiven Arbeitstag gefreut, an dem ich mich mal in Ruhe mit der Content-Produktion und der Entwicklung meines Freebies beschäftigen wollte…

Nicht schon wieder Plan B

Aber heute Morgen kam dann doch alles anders. Der Sohnemann kann noch nicht wieder in die Kita und da ich heute meinen freien Tag als Angestellte habe, war irgendwie klar, dass ich die Betreuung des Sohnemannes übernehme. Konkret hieß das dann also:

  • „Kinderbespaßung“ statt Kita und ruhiger Schaffensphase für mich,
  • Entscheidung treffen, ob vor dem Wochenende auch nochmal ein Besuch beim Kinderarzt sinnvoll wäre,
  • Einkaufen fürs Mittagessen zu zweit statt in meiner eingeplanten Mittagspause essen zu gehen, um mich selbst ein bisschen zu verwöhnen und keine Zeit mit der Zubereitung zu verlieren

Und so war ich heute Morgen erstmal ziemlich fertig mit den Nerven, voller Trauer mal wieder auf Plan B umschalten zu müssen und meine hart erkämpfte Autonomie und Selbstbestimmung für den Tag doch wieder hinten anstellen zu müssen und alleine eine Alternative organisieren zu müssen. Das sorgte dafür, dass ich beim Frühstück den Kindern gegenüber sehr ungerecht und laut wurde, obwohl sie natürlich gar keine Verantwortung für meine Situation und meine Gefühle tragen.

Überwältigt

Bevor wir das Haus verlassen konnten, um meine große Tochter zu den Ferienspielen zu bringen, musste ich meinen Gefühlen erstmal freien Lauf lassen. Und dabei kam zum Vorschein, wieviel mehr Last als dieser einzige „missglückte“ Tag mal wieder auf mir lasten. Die fehlende Autonomie und Selbstbestimmung ist doch oft sehr prägend für das Mamasein. Immer wieder auf Veränderungen, Bedürfnisse und Anforderungen von außen reagieren. Wie oft fallen da die eigenen Bedürfnisse und Zeit für einen selbst hinten runter?!?

Wo ist mein Dorf?

Ein weiterer Punkt ist fehlende Unterstützung und Wertschätzung. Und so fühlte ich mich heute Morgen so allein gelassen mit der Situation, denn seit 7.10 Uhr musste ich hier alles, wie immer, alleine wuppen. Heute aber mit der Besonderheit meiner Gefühlslage… Ich verließ unter Tränen das Haus mit den Kindern, die sich dann immerhin recht selbstständig angezogen hatten. Tränen der Trauer über das fehlende „Dorf“. Da war keiner, der mich mal in den Arm nehmen konnte (jetzt kommen mir sogar beim Schreiben nochmal die Tränen) :=) oder der mir die Fahrerei mit den Kindern zu den Ferienspielen der Großen abnehmen konnte. Unterwegs natürlich noch zusätzlich nerviger Straßenverkehr… Dort angekommen wollte ich meine Große einfach nur so schnell wie möglich abgeben, in der Hoffnung, dass mich niemand auf meine verheulten Augen anspricht (denn das hätte garantiert zum nächsten Heulkrampf geführt). Ich hatte Glück! Keiner sprach mich an! Dafür konnte ich der Großen noch ins Ohr flüstern, dass ich sie liebhabe und entschuldigte mich für mein doofes Verhalten beim Frühstück.

Die Rettung des Tages

Kurz bevor ich dann mit Sohnemann wieder ins Auto gestiegen bin, geschah dann die rettende Begegnung! Eine Bekannte war auf der Suche nach einem Handwerker, dem sie einen Kaffee (um genau zu sein einen Cappuccino mit 2 Stück Zucker) bringen wollte. Aber der Handwerker war wohl samt seinem Auto schon verschwunden und so bot sie mir den Kaffee an!! Ich nahm ihn dankend an und plauderte noch ein bisschen mit ihr. Wir hatten nicht über meinen Morgen gesprochen, aber ihr Kaffee kam einfach im richtigen Moment!!! Wertschätzung pur, ohne dass sie wusste, warum das für mich so bedeutsam war.

Back to normal

Und so fuhr ich erleichtert wieder nach Hause und mein sonst so starker Optimismus kehrte langsam wieder zurück. Und dann entstand in meinem Kopf die Idee, genau dieses Erlebnis auf meinem Blog mit dir zu teilen und vor allem auch direkt mit dem Schreiben durchzustarten, denn noch sind die Eindrücke frisch. Ich wollte heute sowieso während eines virtuellen CoWorking einen neuen Blogbeitrag zu verfassen. Also versorgte ich den Sohn mit Spielmöglichkeiten und flitze direkt an den Laptop. In 2x 25 Minuten ist also die Rohfassung dieses Blogartikels entstanden und jetzt geht es mir viel besser!!

Dankbarkeit

Danke an mein Leben,

dass es heute genauso gekommen ist, wie es war!

Meine Learnings:

  • Ich möchte lernen, gelassener mit Situationen wie heute Morgen umzugehen. Das Leben wird es schon richten! Und außerdem:
  • Ich brauche mehr verfügbare „Dorfbewohner“, die mich auffangen, wenn ich sprichwörtlich am Boden liege.

 

Wenn du weiter auf dem Laufenden bleiben möchtest bei FAmiLy with love, dann kannst du dich hier zu meinem Newsletter anmelden und du erhältst als Geschenk die Anleitung zu meiner Reflexionsmethode >>Give me 5<<


Schlagwörter: , ,
Copyright 2017. All rights reserved.

Veröffentlicht20. Oktober 2017 von Julia Otterbein in Kategorie "Familylife

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*