Diese Folge ist etwas Besonderes: Ich spreche darin nicht allein, sondern gemeinsam mit Marina Greinwald – einer lieben Weggefährtin aus meiner FREL®-Coach-Ausbildung. Unser Gespräch wurde so lang und so tief, dass wir es auf zwei Podcast-Folgen aufgeteilt haben. Hier fasse ich beide für dich in einem Artikel zusammen: worüber wir gesprochen haben, was uns auf dieser Ausbildungsreise bewegt hat – und was bis heute davon bleibt.

Podcast-Episode S1/E2
Was alles auf einer FREL®-Coaching Reise entstehen kann

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Den zweiten Teil unseres Gesprächs findest du in Folge S1/E3.

Wer ist Marina?

Marina Greinwald ist Mama von zwei Söhnen, Yoga-Lehrerin und lebt mit ihrer Familie am Ammersee in Bayern. Mit acht weiteren Frauen bildeten wir 2024 gemeinsam eine Ausbildungsgruppe zum FREL®-Coach. Auf Instagram findest du sie unter @marina.greinwald, mehr über ihre Arbeit erfährst du auf kikudoo.com/marina-greinwald.

Zwei Wege, die sich trafen

Unsere Wege zu FREL® waren ganz unterschiedlich und trafen sich doch am selben Punkt. Marina war mitten in einer Ausbildung zum Babyschlaf-Coach, als ihr auffiel, dass ihr die Tiefe fehlte – die Arbeit an der Wurzel dessen, was bei Eltern Verzweiflung oder Hilflosigkeit auslöst. Über Instagram stieß sie auf Annegret Sperl, die Entwicklerin des FREL®-Coachings, und wusste nach wenigen Minuten: Das ist es.

Bei mir war es ein LinkedIn-Beitrag zu einem Workshop übers Nervensystem. Ich wollte eigentlich nur etwas zum Thema dazulernen – und war dann vor allem von einem Demo-Coaching beeindruckt, wie ich es in dieser Tiefe vorher noch nie erlebt hatte. Dass zur gleichen Zeit ein anderes berufliches Projekt bei mir wegfiel und dadurch plötzlich Raum entstand, passte fast zu gut, um einfach nur ein Zufall zu sein.

Getragen werden, statt liefern zu müssen

Was uns beiden aus der Ausbildung besonders in Erinnerung geblieben ist: der sichere Raum, in dem nichts erwartet wird. Kein Druck, jetzt etwas abliefern zu müssen – sondern ein gemeinsames Schwingen. Marina erzählt offen von einem der prägendsten Momente ihrer Ausbildung: Mitten im zweiten Modul verstarb ihr Vater. In einer Coaching-Demo zum Thema Ressourcen durfte sie damals erfahren, was sie trägt – ein Gefühl, das sie bis heute durch ihre Trauer begleitet.

Nicht die Methoden allein waren es, sagt sie, sondern vor allem das Dasein und die Verbindung in der Gruppe: gesehen werden, teilen dürfen, nicht allein sein müssen. Ein Gefühl, das viele ihrer eigenen Coachees – meist selbst Mütter – heute genauso beschreiben: wie eine kleine Insel im Alltag, ein Gehaltenwerden, nachdem man selbst so viel hält.

Innere Anteile und der unversehrte Kern

Ein Thema, das uns beide bis heute begleitet, ist die Arbeit mit den inneren Anteilen: die Erkenntnis, dass in uns verletzte, schützende und ressourcenvolle Anteile nebeneinander existieren dürfen – und dass all das zu unserer Persönlichkeit gehört, ohne sich zu widersprechen. Darunter liegt, so beschreiben wir es im FREL®-Coaching, ein innerer unversehrter Kern, den nichts im Leben wirklich beschädigen kann.

Marina erkennt dieses Bild auch aus dem Yoga wieder, wo es Purusha genannt wird – der leuchtende, unveränderliche Kern in jedem Menschen. Für sie hat sich die Arbeit mit ihrer Ausbildung und ihrem Yoga-Unterricht auf diese Weise ganz natürlich verwoben.

Neue Perspektiven, die bleiben

Wir haben auch über unsere liebsten Übungen aus der Ausbildung gesprochen. Marinas Favorit ist die SIBAM-Übung: ein achtsamer, körperorientierter „Spaziergang“ durch eine Erfahrung, bei dem wir nach Gefühlen, Körperempfindungen und inneren Bildern fragen – ganz ohne Richtig oder Falsch. Bei mir ist es vor allem die Fünf-Minuten-Empathie, die aus unserer FREL-Welt kaum wegzudenken ist – zu dieser Übung haben wir noch eine eigene Podcast-Folge aufgenommen.

Eine weitere Übung, die uns beiden hängen geblieben ist: der bewusste Wechsel zwischen Problem- und Lösungshaltung – einmal spüren, wie sich das Problem im Körper anfühlt, dann bewusst in die bestmögliche gelöste Version hineinspüren. Ein einfacher Wechsel, der oft mehr bewegt als jedes kognitive Nachdenken.

Was sich seitdem verändert hat

Für Marina ist die größte Veränderung, dass sie sich zeigen darf. Lange hat sie sich das nicht erlaubt – zu laut, zu viel, zu verrückt, hallten alte Prägungen nach. Heute nimmt sie ihre eigenen Bedürfnisse ernster, gönnt sich bewusst Ruhe und Pausen, und auch ihre Partnerschaft und die Beziehung zu ihren Kindern sind dadurch tragfähiger geworden – nicht, weil zu Hause plötzlich alles perfekt läuft, sondern weil sie ihren Kindern zeigen darf, dass auch Gefühle wie Überforderung dazugehören dürfen.

Bei mir war es vor allem die Verkörperung, die sich verändert hat: weg von einem rein kognitiv-lösungsorientierten Coaching-Ansatz, hin zu echtem Spüren, Benennen und Erkunden von Gefühlen. Wenn ich meinen Kindern heute ehrlich sage „Gerade ist es mir zu viel, ich kann jetzt nur mit dir auf der Couch liegen, mehr nicht“ – dann ist das auch für sie oft eine Entlastung, weil sie es ohnehin schon gespürt haben. Und dieses Wahrnehmen und Aussprechen wirkt sich, wie wir beide gemerkt haben, längst nicht mehr nur auf die Elternrolle aus, sondern auf so gut wie jeden Lebensbereich.

Marina bringt es am Ende mit einem schönen Bild auf den Punkt: Unser Leben ist wie eine Fahrt mit dem Segelboot – mal ruhige See, mal Wellen, und die hören nie ganz auf. Aber wir müssen die Fahrt nicht allein machen. Manchmal holt man sich Rückenwind, manchmal jemanden mit ins Boot, der eine Weile mitsegelt.

Wenn du gerade spürst, dass du dir für deine eigene Reise auch ein Stück Begleitung wünschst: In einem kostenfreien Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, was du gerade brauchst.

Weiter geht’s: Die Fünf-Minuten-Empathie kannst du in dieser Podcast-Folge kennenlernen oder du schaust mal ins ABC des ganzheitlichen Coachings.

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