Fünf Minuten sprechen. Fünf Minuten gehört werden – ohne unterbrochen, bewertet oder mit gut gemeinten Ratschlägen versorgt zu werden. Das ist die 5-Minuten-Empathie, eine der Übungen, die mich und Marina Greinwald aus unserer gemeinsamen FREL®-Coach-Ausbildung bis heute begleitet. Für uns war sie damals regelmäßiger Begleiter – und ist mittlerweile ein Bestandteil unseres Alltags und unserer Arbeit geworden.

Podcast-Episode S1/E5
5 Minuten Empathie: Ein Geschenk für deine Beziehung

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Was ist die 5-Minuten-Empathie?

Das Prinzip ist denkbar einfach, aber dafür erstaunlich wirkungsvoll. Zwei Menschen nehmen sich gegenseitig Zeit: Eine Person bekommt einen kurzen Impuls oder einen Halbsatz zum Vervollständigen und spricht dazu frei, fünf Minuten lang. Die andere Person hört einfach nur zu – ohne zu kommentieren, ohne nachzufragen, ohne zu bewerten oder das Gespräch in eine bestimmte Richtung zu lenken. Ein Nicken, eine zugewandte Präsenz, mehr braucht es nicht. Nach einer kurzen Pause werden dann die Rollen getauscht.

In diesen fünf Minuten darf alles seinen Raum bekommen: ein Gedanke, ein Gefühl, eine Körperempfindung, oder auch Stille. Es gibt kein Richtig oder Falsch und keine Erwartung, am Ende zu einer fertigen Erkenntnis zu kommen. Genau das macht die Übung so besonders – sie ist kein Gespräch, das gelöst werden muss, sondern ein Raum, der einfach gehalten wird.

Wie sich das in der Praxis anhört, kannst du dir oben in der Podcastfolge anhören: Marina und ich haben die Übung für dich live aufgenommen, mit allen Pausen, die wir ganz bewusst nicht rausgeschnitten haben, weil auch sie zum Prozess dazugehören.

Warum uns diese Übung so viel bedeutet

Am Anfang, erzählt Marina, fühlte sich das noch ungewohnt an: Fünf Minuten reden, während das Gegenüber einfach nur zuhört, ohne zu reagieren – was erzählt man da überhaupt? Mit der Zeit wurde daraus etwas anderes: die Gewissheit, dass in diesen fünf Minuten wirklich alles Platz hat, ohne beurteilt zu werden. Was gesagt wird, gehört einem selbst – und darf trotzdem geteilt werden, ohne Sorge vor der Reaktion des Gegenübers.

Bei mir war zu Beginn eher der Kopf am Werk – viele Gedanken, die ich mitgeteilt habe. Durch das regelmäßige Praktizieren ist mit der Zeit aber auch der Zugang zu Körperempfindungen gewachsen: zu bemerken, wie sich die eigene Stimmung gerade verändert, und es zuzulassen, statt es schnell wegzuerklären. Im Alltag läuft Kommunikation oft im Vorbeigehen – kurze Ansagen zwischen Tür und Angel, unterbrochen von Kindern oder dem nächsten Termin. Fünf Minuten volle Aufmerksamkeit, ohne Nebengeräusche, sind da schon ein spürbarer Unterschied.

Bezeugt werden, statt eine Lösung liefern zu müssen

Es geht bei der 5-Minuten-Empathie nicht darum, eine Antwort zu finden, die richtig oder endgültig sein muss. Sie darf sich über die fünf Minuten erst entwickeln – wenn es überhaupt eine Antwort braucht. Manchmal ist es eher ein Erkunden: auszusprechen, was bisher nur ein loser, unfertiger Zustand in einem selbst war, und dabei zu bemerken, wie sich durch das Aussprechen etwas ordnet oder integriert.

Was dabei besonders zählt, ist das Bezeugtwerden: dass da jemand ist, der wahrnimmt, was gerade in einem lebendig ist – ohne es bewerten oder gleich verbessern zu wollen. Nicht jede Erkenntnis muss eine Selbstoptimierung sein. Manchmal reicht es, einfach zu schauen, was gerade da ist, und dass ein Gegenüber das mittrragen kann.

Was davon im Alltag bleibt

Der Rahmen der Übung ist fest und sicher – fünf Minuten, klare Rollen, kein Unterbrechen. Aber der Impuls, den sie setzt, reicht oft weit über diese fünf Minuten hinaus: die Frage „Was ist jetzt?“ kannst du auch mitten im turbulenten Alltag an dich selbst richten. Kurz innezuhalten und zu spüren, was gerade wirklich da ist oder gebraucht wird, statt einfach weiterzufunktionieren oder das Handy zur Hand zu nehmen.

Wenn dich das neugierig gemacht hat, selbst mal auszuprobieren, wie sich Zeit und volle Aufmerksamkeit ohne Erwartungen anfühlen, dann könnte ein FREL®-Coaching das Richtige für dich sein. Lass uns gerne in einem kostenfreien Kennenlerngespräch schauen, was du gerade brauchst und wie ich dich in einem FREL®-Coaching dabei unterstützen kann.

Weiter geht’s in der nächsten Folge: Dort geht es um ein konkretes Coaching-Anliegen einer Mutter und wie ich dem im FREL®-Coaching begegne.

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