Vom Überlebensmodus erst in den Flow und dann ab ins Bett… Der April war echt ein Ritt durch viele Emotionen. Und hatte ein paar wertvollen Beobachtungen und Learnings im Gespäck. Im Mai darf es aber auf jeden Fall ruhiger werden.

Wäre mein April ein Wort gewesen, dann wäre es…

Neustart

Montagsmorgens, als ich während eines Spaziergangs mit Ilke telefonierte, meinte sie nach meinen zugegebenermaßen ausführlichen Berichten über die Ereignisse & Stolpersteine der letzten Woche: „Das hört sich irgendwie so an, als wäre jetzt Zeit für einen Neustart.“

Ein blauer Bildschirm, auf dem der Schriftzug "Reset this PC" zu lesen ist

Dem musste ich zustimmen, denn nicht nur mein Laptop hatte mich in der vorherigen Woche nach einem missglückten Windows-Update zu einem technischen Neustart gezwungen. Auch privat hatte es unser eigentlich entspanntes Familienleben während der Osterferien kräftig durchgewirbelt.

Wir befanden uns plötzlich einersetis im Notfallmodus, mit Gefühlen von Angst, Sorge und irgendwann dann auch Ärger bzgl. der unnötigen Strapazen. Gleichzeitig stand ein tolles Erlebnis am Ostersonntag bevor, für das dann einiges umgeplant und neu organisiert werden musste, damit es dennoch stattfinden konnte.

Es war auf jeden Fall schön, dass wir es trotz der Umstände realisieren konnten. Aber die Enttäuschung, dass wir das nicht als komplette Familie erleben konnten, lies sich an diesem Tag auch nicht so richtig abschütteln…

Was ich sonst so gelernt habe

Was mir beim Neustart, nach all diesem Trubel, sehr geholfen hat, war eine durchaus bemerkenswerte Veränderung zu meiner sonstigen Arbeitsweise. Davon ausgehend, dass ich meine angefangen Blogartikel der vergangenen Monaten wahrscheinlich eh nicht mehr fertig schreibe und veröffentliche, habe ich etwas für mich Untypisches getan: 

Ich habe mich von diesen halbfertigen Artikeln verabschiedet und mir erlaubt, etwas Neues anzufangen. Ich war auf eine Blogparade aufmerksam geworden und hatte sofort Lust, dazu einen Artikel zu schreiben. Ich habe einfach losgelegt und meine kleinen grünen Schritte für Familien & meine Arbeit als Elterncoach veröffentlicht.

Da ich noch mehr Energie & Flow in mir spürte, habe ich gleich an meinem nächsten Schreibprojekt weitergearbeitet. Dieser Flow war eine äußerst wichtige Erfahrung, mit der ich mich aus dem Chaos der ersten Aprilhälfte befreien konnte. Ich erlaube mir seitdem viel öfter, den spontanen Impulsen zu folgen, anstatt stur meinen Plan abzuarbeiten, den ich mir zwar selbst gemacht habe, der aber einfach nicht mehr passte.

Wie geht es dir mit dem Thema Flow? Erlebst du regelmäßige Flow-Phasen in deinem Alltag? Und was macht das mit deinem Wohlbefinden? Schreib es mir gerne unten in die Kommentare und lass uns dazu in den Austausch kommen.

Teil & Ergebnis dieses Flows war übrigens auch, dass ich endlich den zweiten Newsletter des Jahres verschickt habe. Und ich habe eine Entscheidung getroffen: Seit Mitte April verschicke ich jetzt jeden Freitag eine Email an dich! (An dieser Stelle: Danke an dich, Judith, für deine (erneute) Motivation!)

Seit meinem bewussten Rückzug aus den „Sozialen Medien“ sollte mein Newsletter schon längst zu einer kontinuierlichen Verbindung zwischen dir und mir werden. Mit Impulsen für deinen Alltag als Mama (oder Papa), ohne dass uns der Algorithmus dazwischenfunken kann!

Auch ein Feiertag oder der zeitgleiche Infekt haben mich bisher nicht davon abgehalten. Wenn du dich heute dafür anmeldest, bekommst du neben einer Willkommensnachricht (die ebenfalls in der Flow-Phase entstanden ist) am nächsten Freitag die erste „Atempause am Freitag“ zugeschickt!

Meine April-Bücher

Was schwierig war

Zwischen den Anforderungen des (Arbeits-)Alltags, der verdienten Entspannung meiner Schulkinder während den Osterferien, den Mühlen des sogenannten Gesundheitssystems und dem großen Highlight am Ostersonntag waren die ersten Wochen des Aprils eine echte Herausforderung für mich als Mutter.

Der Wechsel zwischen den Extremen hat mich sehr viel Energie gekostet – da lässt sich nichts schönreden. Das möchte ich anerkennen und ich bin dankbar für die verständnisvollen Reaktionen in meinem Umfeld. Am schwierigsten waren die Momente der Einsamkeit, in denen es wirklich schwer war, mir selbst genügend Halt zu geben.

Menschen sind auf die Resonanz und Bindung untereinander angewiesen. In solch existenziellen Situationen brauchen nicht nur Kinder Co-Regulation, sondern auch Erwachsene profitieren von ihr, wenn die Tools der Selbstregulation gerade nicht wirken. Aber Co-Regulation ist eben nicht immer möglich und dann ist es auch legitim, sich zeitweise abzulenken um z.B. in den Schlaf zu finden.

Zum Ende des Monats, als ich eigentlich schon den Eindruck hatte, wieder einigermaßen im Alltag angekommen zu sein, kam dann allerdings der Dämpfer. Mein Immunsystem war an seiner Kapazitätsgrenze angekommen und verordnete mir mehrere Tage Ruhe. Erst war ich enttäuscht, dass meine Flow-Phase wieder unterbrochen wurde, aber vielleicht war mein Infekt auch einfach nur die logische Konsequenz?

Kleine Glücksmomente

An dieser Stelle gibt es eine kleine, feine Liste mit Momenten, die meine Seele im April gestreichelt haben

  • blühende Magnolien
  • Strandkorbmomente
  • Eierpfannkuchen
  • Frühlingsduft
  • bekocht zu werden
  • Garten Saison
  • Zeit für mich
  • den Blick auf das weite Meer

Ich bin dankbar, dass ich ein Blick für diese Segensmomente hatte.

Mai-Ausblick

Trotz meiner Erkältung habe ich kurz vor Ende des Monats ein paar Neuerungen auf meiner Angebotsseite integriert. Die Coaching-Angebote tragen jetzt Namen, die besser zu dem passen, was sie wirklich sind: 

von Lauschen & Fühlen bis Tief verwurzelt.

Es gibt auch eine neue Möglichkeit, die ich bisher noch nicht öffentlich geteilt hatte. Vielleicht ist ja etwas dabei, das dich anspricht.

Außerdem erwarten uns im Mai, dank der Feiertage einige Kurz-Urlaube, die uns hoffentlich mit ganz vielen entspannten & leichten Momenten beschenken. Wenn wir gerade nicht im Urlaub sind, stehen für mich die Vorbereitungen für die nächste Podcast-Staffel an und mein großes Kind darf ihr erstes Schüler-Praktikum machen.

Monatsfavoriten

In dieser Kategorie sammle ich ein paar Impulse, die vielleicht auch dein Leben bereichern können.

Kleine Auszeit, z.B. in Neumünster

Zum Ende der Osterferien konnten wir ein bisschen Mutter-Tochter-Zeit genießen und waren sogar schon zum zweiten Mal in diesem Jahr mit unserer Frida unterwegs:

Nach der abendlichen Pferdeshow im Rahmen der NORD PFERD Messe in Neumünster haben wir am nächsten Tag bei tollem Frühlings-Wetter noch einen Tag im Tierpark Neumünster verbracht.

Ich freue mich schon auf weitere Wochenendtouren, die sich bei uns mittlerweile organisch um die schon feststehenden Termine gestalten. Unser mobiles Zuhause bedeutet für uns so viel Lebensqualität durch die Möglichkeit, immer mal wieder kleinere Auszeiten in den ganz normalen Alltag zu integrieren.

Podcast-Empfehlung

Ich möchte hier noch eine Podcastfolge erwähnen, mit spannenden & inspirierenden Gedanken zum Thema Zeitgestaltung.

Zeit NEU DENKEN mit Teresa Bücker

Warum haben so viele Menschen das stetige Gefühl, zu wenig Zeit zu haben? Zwischen Arbeit, Familie und Alltag wird selbst das, was wir eigentlich gerne tun, schnell zum Stressfaktor. Zeit wird zur knappen Ressource – und damit auch zu einer Frage von Freiheit.
Mit Teresa Bücker sprechen wir darüber, wer über Zeit verfügt – und wer nicht. Warum Zeitverteilung politisch ist. Und was es bedeuten würde, Zeit nicht nur effizienter zu nutzen, sondern gerechter zu organisieren. Denn Zeitwohlstand könnte eine der zentralen Voraussetzungen für ein wirklich freies Leben sein.

Hier geht’s zum Podcast

NEU DENKEN ist ein Video- und Audiopodcast, der unseren gesellschaftlichen Diskurs neu aufrollt – respektvoll und lösungsorientiert. Statt der nächsten Aufregung hinterherzulaufen, stellen wir eine andere Frage: Wie geht es besser?
Moderatorin Maja Göpel spricht mit führenden Stimmen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft über große Themen unserer Zeit.

Demokratiefreundliche digitale Alternativen

Seit Anfang dieses Jahres beschäftigt mich – privat & beruflich – die Frage, wie ich in meinem Alltag digital unabhängiger von den Big-Tech-Unternehmen aus den USA werden kann. Dabei bin ich auf die Initiative des Digital Independence Day aufmerksam geworden. Sie schreiben auf ihrer Webseite:

Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können. Die gute Nachricht: Diese Macht geben wir ihnen derzeit, und wir können sie ihnen auch wieder nehmen!

Um uns alle nicht zu überfordern, hatte die Initiative die tolle Idee, jeweils am ersten Sonntag im Monat den Digital Independence Day zu begehen. Jeder kann für sich alleine oder auch im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen, nach und nach den Wechsel zu einer demokratiefreundlichen digitalen Alternativen umsetzen.

Monat für Monat kommen wir so Schritt für Schritt dem großen Ziel näher und mit der Gemeinschaft im Hintergrund fällt es auch viel leichter dran zu bleiben. Ich habe zum Beispiel im April den Wechsel von Microsoft Office zu einer Open Source Variante durchgezogen. Die Initiative hat mittlerweile schon einigehilfreiche Wechselrezepte veröffentlicht, mit denen man Schritt für Schritt durch einen Umstellungsprozess geleitet wird.

Am 7. Juni findet der nächste DI.DAY statt – bist du auch dabei?

April Elfchen

Hier noch ein kleiner lyrischer Abschluss meiner Monatsnotizen:

April
überraschend anders
lange Zeit anstrengend
Rückkehr in den Flow
Zuversicht

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