Mein Beitrag zur Blogparade von Steffi Pingel
Nachhaltig leben – das klingt manchmal nach einem weiteren Punkt auf der ohnehin schon viel zu langen Eltern-To-do-Liste. Dabei steckt in Familien ein großes und oft unterschätztes Potenzial für echten Wandel. Denn wenn Kinder früh erleben, dass kleine Entscheidungen etwas bewirken, wächst daraus etwas Großes.
Als FREL®-Coach begleite ich Eltern in einem der intensivsten Lebensabschnitte und auch durch mein persönliches Familienleben habe ich gemerkt: Nachhaltigkeit und bewusstes Familienleben können gut Hand in Hand gehen – wenn man nicht versucht, alles auf einmal zu ändern.
Steffi fragt in ihrer Blogparade nach 3 Tipps. Ich mache es wie im Familienleben: flexibel bleiben und ehrlich sein. Es sind ein paar mehr geworden 😉 – weil ich beim Schreiben gemerkt habe, dass ich in den letzten 15 Jahren doch schon vieles etabliert habe, das wirklich funktioniert. Also legen wir los!
🌿 Secondhand first – kaufen, nutzen, weitergeben
Kleidung, Spielzeug, Bücher – bei uns kommt vieles aus zweiter Hand. Aber auch Elektronik: unser Laptop, Tablet, Handys oder Haushaltsgeräte. Das meiste kaufen wir refurbished statt neu. Das spart zum einen Geld, aber vor allem auch wertvolle Ressourcen.
Genauso wichtig ist für uns die andere Seite: Was wir selbst nicht mehr brauchen, geben wir weiter – beim Flohmarkt, über Momox oder einfach in einer „Zu verschenken“ Kiste vor unserer Haustür. Dinge sollen genutzt werden, nicht verstauben oder im Müll landen. Selbstverständlich sind wir noch weit entfernt von perfekt – ein paar Weingläser in unserem Schrank könnten eigentlich auch mal den Besitzer wechseln…
Mein Tipp: Bevor etwas Neues ins Haus kommt, die einfache Frage stellen: Gibt es das auch gebraucht? Meistens lautet die Antwort: ja.
🌿 Die Bücherei als Familienritual
Schon seit vielen Jahren gehen wir mindestens zweimal im Monat in die Bücherei. Das war für uns nie ein Kompromiss, sondern ein schönes Alltagsritual, auf das sich die Kinder freuen. Von klein auf genießen sie es, beim (Vor-)Lesen oder Hörspiel hören viel Abwechslung zu haben, ohne das unsere Schränke aus allen Nähten platzen.
Auch Bücherzellen und ähnliche Angebote nutzen wir wann immer uns so etwas im Alltag begegnet. Sogar im Urlaub in Dänemark haben wir schon mal ein deutsches Buch entdeckt, dass dann zur spontanen gemeinsamen Abendlektüre im Camper wurde.
Kein ständiges Kaufen, kein Horten, kein Durcheinander. Und gleichzeitig eine wunderbare Gelegenheit, Kindern zu zeigen: Nicht alles muss einem gehören, um es genießen zu können.
🌿 Weniger Geräte, weniger Strom, mehr Präsenz
Wir nutzen keinen Streaming-Dienst und haben keine Spielkonsole. Das klingt vielleicht radikal – ist es aber gar nicht. Es bedeutet einfach, dass Bildschirmzeit bei uns eine bewusste Entscheidung ist und kein Dauerzustand. Unseren DVD Player halten wir in Ehren, und nutzen auch hier das Angebot der Bücherei oder nehmen einen Film, der uns interessiert, aus dem normalen Fernsehprogramm auf.
Weniger verfügbare Geräte senken den Stromverbrauch. Aber der eigentliche Gewinn ist ein anderer: Wenn nicht ständig alles auf Knopfdruck abrufbar ist, entsteht Raum – für Langeweile, die zu Kreativität wird, für Spiele, Gespräche oder Draußensein. Einzig unser Radio ist tatsächlich täglicher Begleiter – denn für uns gilt frei nach Loriot: Ein Leben ohne Musik ist möglich, aber sinnlos.
Mein Tipp: Einmal im Quartal gemeinsam mit den Kindern entrümpeln – was wird wirklich gespielt? Was darf weitergehen zu einer anderen Familie? Das schärft das Bewusstsein für das Wesentliche und ist gleichzeitig eine wunderbare Übung in Achtsamkeit und Wertschätzung.
🌿 Weniger Wege, mehr Wirkung – wie ich Coaching gestalte
Auch in meiner beruflichen Tätigkeit versuche ich, ressourcenbewusst zu arbeiten. Ich coache meistens online – ja, das verbraucht Strom, aber ich muss nicht dauerhaft einen Raum vorhalten, den ich dann doch nur wenige Stunden am Tag nutzen würde.
Außerdem entfällt die Anfahrt für mich bzw. meine Klient:innen, die sich ihrerseits wieder darum kümmmern müssten, wer sich in dieser Zeit um die Kinder kümmert. Für Eltern – die sowieso im Dauer-Organisationsmodus sind – ist das eine echte Erleichterung.
Und wenn wir uns doch persönlich treffen, dann am liebsten draußen: beim Walk & Talk Coaching in der Natur. Bewegung und frische Luft tun dem Coaching gut – und der Umwelt sowieso.
Mein Tipp: Überlegt, welche Termine in eurem Familienalltag wirklich Präsenz erfordern – und welche genauso gut (oder sogar besser) digital funktionieren. Zeit ist die wertvollste Ressource von Familien.
🌿 Emotionen regulieren – die nachhaltigste Ressource überhaupt
Dieser Tipp klingt auf den ersten Blick vielleicht nicht „grün“ – aber er ist es auf eine tiefere Weise. Familien, in denen Emotionen gut reguliert werden, brauchen weniger: weniger Konsumtröstung („Wir kaufen dir was, dann hörst du auf zu weinen“), weniger Ablenkung durch Bildschirme, weniger impulsive Entscheidungen.
Wenn Kinder lernen, mit Frust oder Langeweile umzugehen, wächst daraus eine innere Stabilität, die nachhaltiger wirkt als jedes neue Spielzeug. Und es fängt – wie so vieles in der Elternschaft – bei uns Erwachsenen an.
Mein Tipp: Wer als Elternteil die eigene Stressreaktion kennt und regulieren kann, gibt das unweigerlich an die Kinder weiter. Innere Ressourcen stärken, statt äußere zu verbrauchen – das ist, finde ich, der grünste Schritt von allen.
Kleine Schritte, echte Wirkung – im Familienleben wie in der Welt. Ich freue mich, Teil dieser Blogparade zu sein, und bin gespannt, welche Ideen andere teilen!
Wie sieht es bei euch aus? Welche kleinen grünen Schritte habt ihr schon in euren Familienalltag integriert?
