Ressourcen war einer der ersten Begriffe, mit denen ich mich in meiner Ausbildung zum FREL®-Coach ganz bewusst auseinandergesetzt habe. In dieser Podcastfolge habe ich mit meiner Ausbildungskollegin Marina Greinwald nochmal darüber gesprochen – und sie hat dafür ein Bild mitgebracht, das ich so passend fand, dass ich es hier teilen möchte.
Ressourcen sind, ganz nüchtern beschrieben, all das, was uns schützt oder fördert – unsere Kompetenzen, unsere Handlungsmöglichkeiten und damit ein zentraler Bestandteil für das Coaching. Aber diese Definition wird erst lebendig, wenn man ihr ein Bild gibt. Und genau das hat Marina getan.
Ihr ganz eigener, innerer Bioladen.
24/7 geöffnet – auch wenn man es manchmal vergisst.

Darin: alles, was die Seele nährt.
Alles, was einen schützt.
Manches davon hat man schon länger nicht mehr eingekauft.
Marina erzählte, dass sie sich selbst genau so vorstellt, wie sie in diesem Laden steht und sich Dinge aussucht, die ihr Kraft geben – und dass ihr dabei besonders bewusst wurde, dass Ressourcen eben nicht nur auftanken, sondern auch schützen. Vor der Ausbildung zum FREL®-Coach, sagte sie, waren die Öffnungszeiten dieses Ladens nicht so großzügig. Sie kann auch nicht das komplette Sortiment – wie viele Ressourcen ihr eigentlich zur Verfügung standen.
Dieses Bild kann man auch gut weiterdenken: Am Anfang eines Coachings ist so ein Laden für viele eher ein kleiner Marktstand – ein bisschen Obst, ein bisschen Gemüse, das Nötigste. Und mit der Zeit, durch bewusstes Hinschauen, wächst er zu einem richtigen Geschäft mit vollem Sortiment. Nicht, weil plötzlich neue Ressourcen entstehen, sondern weil sichtbar wird, was eigentlich schon lange da war.
Besonders berührt hat mich, was Marina über eine ihrer eigenen Ressourcen erzählte: ihre Lautstärke und Direktheit, die ihr lange als „zu viel“ gespiegelt wurde – zu laut, zu wild. Heute erkennt sie genau darin eine Ressource: den Mut, in einem Geschäft fremde Menschen anzusprechen, während andere sich das nicht trauen. Der Blick verschiebt sich: nicht mehr „das steht mir im Weg“, sondern „das kann ich gezielt einsetzen, wenn es passt“.
Auch das gehört zur Wahrheit über Ressourcen, darin waren Marina und ich uns einig: Der Laden hat nicht immer geöffnet. Es gibt Phasen, in denen der Zugang verschüttet ist, obwohl innen alles noch da ist. Genau da kann es helfen, wenn jemand anderes kurz mit aufschließt – nicht, um fremde Ressourcen mitzubringen, die man selbst nicht hätte, sondern um an eine Tür zu erinnern, die man selbst gerade nicht findet.
Ausprobieren
Nimm dir kurz Zeit für eine kleine Inventur deines inneren Ladens. Welche drei Dinge – Eigenschaften, Fähigkeiten, Menschen, Gewohnheiten – stehen dir gerade zur Verfügung, wenn du ehrlich hinschaust? Schreib sie auf, auch wenn dir eine davon im ersten Moment unpassend oder zu klein erscheint. Frag dich bei jeder: Wofür könnte genau das gerade hilfreich sein?
Reflexionsfrage
Welche deiner Eigenschaften wurde dir früher als „zu viel“ oder nicht wertvoll gespiegelt – und wofür könnte genau sie heute eine Ressource sein?
