Vielleicht hast Du Dich auch schon gefragt, ob Du während Deiner Mutter-Kind-Kur ein Kurtagebuch brauchst und was es Dir bringt, wenn Du neben den vielen anderen Dingen auch noch ein Kurtagebuch in Deinen Koffer packst. In diesem Artikel habe ich Dir drei wichtige Gründe erläutert, warum Du es auf keinen Fall versäumen solltest, während der Mutter-Kind-Kur ein Tagebuch zu führen.

Podcast-Episode #021 Drei Gründe für ein Kurtagebuch

Wie Du mit einem Kurtagebuch Deine Kurerfolgschancen erhöhst

Viele Mütter fahren mit einer hohen Erwartungshaltung zur Mutter-Kind-Kur und haben große Hoffnungen, dass die Mutter-Kind-Kur endlich etwas in ihrem Familienleben verändert. Allerdings lassen bei vielen Müttern die Erholungseffekte einer Kur leider sehr schnell nach und sie fühlen sich nach kürzester Zeit schon wieder reif für die nächste Kur.

Der Grund dafür liegt häufig daran, dass diese Frauen mit zu wenig Bewusstsein ihre Mutter-Kind-Kur gestalten und damit nicht das volle Potential ausschöpfen. Ich empfehle deshalb immer eine mentale Kurvorbereitung, denn diese trägt maßgeblich zu Deinem möglichen Kurerfolg bei.

Ein bewusster Kurprozess beginnt schon vor der Anreise. Dafür darfst Du Dir vorab Deine Situation vor der Kur bewusst machen und am besten schriftlich festhalten. Denn nur wenn Du weißt, von wo aus Du Deine Reise startest und wo genau Du hinwillst, kannst Du Deine Route bestimmen und Dich auf die Reise zu Dir selbst einlassen.

Auch wenn Du Deine Beweggründe im Rahmen der Beantragung der Kur bereits reflektiert hast, können ja zwischen der Beantragung und der Mutter-Kind-Kur viele Wochen oder sogar Monate liegen. In dieser Zeit kann sich noch die ein oder andere Sache verändert haben, sodass der Kurbedarf noch größer geworden ist, was dann auch Einfluss auf die Zielsetzung für die Kur hat.


Mach die Kur zu einer Reise zu Dir selbst

Nutze die Zeit, die Du geschenkt bekommst, weil andere für Dich kochen, einkaufen, putzen und sich um Deine Kinder kümmern. Im Alltag ist es oft sehr schwierig, wirklich mal Zeit nur mit sich allein zu verbringen. Dafür kannst Du die Kur gut als Auftakt nutzen, um auch langfristig solche Zeiten für Dich einzurichten. Schalte auch Dein Handy aus und verbringe die therapiefreien Zeiten nicht nur mit den anderen Mamas.

Es wird zu Beginn wahrscheinlich ungewohnt sein, aber es steckt ein großes Potential darin, Zeit mit sich selbst zu verbringen und so mit sich selbst in Kontakt zu kommen.


(1) Ziele formulieren und im Blick behalten

Auf den ersten Blick magst Du denken, dass die Ziele für eine Mutter-Kind-Kur doch für alle die gleichen ist:

Ich brauche einfach mal ne richtige Pause! Ich will mich entspannen und meine Akkus aufladen und mich endlich mal nicht um den ganzen Haushaltskram kümmern!

Dieses Ziel würden vermutlich jede kurbedürftige Mama unterschreiben. Aber es ist so allgemein formuliert, dass Du wahrscheinlich Schwierigkeiten haben wirst, dranzubleiben und diese Ziele wirklich zu erreichen. Ziele sollten immer so konkret und persönlich wie möglich formuliert werden. Außerdem solltest Du Dir Gedanken darüber machen, wie Du Dein Ziel erreichen kannst und woran Du erkennst, ob Du Dein Ziel erreicht hast. Und für Deine Motivation ist auch das „Warum“ ganz entscheidend.

Achte beim Formulieren Deiner Ziele unbedingt darauf, dass Du diese Ziele durch Dein eigenes Handeln erreichen kannst! Wenn Du darauf angewiesen bist, dass bestimmte Dinge im Außen passieren, damit Du Dein Ziel erreichen kannst, ist es nämlich kein Ziel, sondern ein Wunsch. Natürlich darfst Du auch Wünsche für Deine Kur haben, aber Du solltest Deinen Kurerfolg nicht von der Erfüllung dieser Wünsche abhängig machen!

Überlege Dir auch: Was ist ein absolutes Minimalziel, falls nicht alles so klappt, wie ich mir das vorstelle? Kinder können krank werden, Therapien ausfallen oder das Wetter ist schlechter als erhofft…

Ungefähr in der Mitte der Kur empfehle ich Dir auch Zwischenbilanz bezüglich Deiner Ziele, damit Du Bewusstsein für Deine Erfolge schaffen und überprüfen kannst, ob Du noch auf Kurs in Richtung Deiner Ziele bist. Falls es nicht so läuft, wie Du Dir das erhofft hast, kannst Du für die zweite Hälfte der Kur ja noch nachsteuern!

Auf jeden Fall solltest Du die Zeit genießen und Dich nicht von Stolpersteinen aus dem Konzept bringen lassen.

(2) Neue gute Gewohnheiten etablieren

Eine unglaublich sinnvolle Strategie, um Ziele zu erreichen, sind tägliche Gewohnheiten. Gewohnheiten helfen Dir Dein Ziel in kleine bewältigbare Schritte zu unterteilen, durch das tägliche Tun dranzubleiben und Dein Ziel stets vor Augen zu haben.

Wichtig ist, dass Du Dir nicht zu viele neue Gewohnheiten gleichzeitig vornimmst und gerade zu Beginn mit kleinen (Zeit-) Einheiten beginnst.
Also nicht: „Ab heute meditiere ich jeden Tag 30 Minuten lang“,
sondern eher „Ab heute meditiere ich jeden Tag und fange mit 2 Minuten an (und steigere mich dann im Laufe der Zeit.)

Um Deine neuen Gewohnheiten zu dokumentieren, kannst Du in Deinem Kurtagebuch einen Gewohnheits-Tracker nutzen. An jedem Tag, wenn Du Deine Gewohnheit umgesetzt hast, kannst Du dann ein Kreuz machen und somit sichtbar machen, wie weit Du auf Deinem Weg schon gekommen bist.

Für das erfolgreiche Etablieren von neuen Gewohnheiten kann Du Dir mit einem Trick behelfen, der ziemlich gut funktioniert: Verbinde Deine neue Gewohnheit mit einer anderen bereits bestehenden Gewohnheit, wie z.B. dem Zähne putzen.

(3) Den Abstand zum Alltag nutzen

Wenn Du Dir täglich dafür Zeit nimmst, Notizen in Deinem Kurtagebuch zu machen, wird es zu einem zentralen Ort für Deine Erkenntnisse während dieser Zeit. Anders als in Deinem vollgestopften Alltag kannst Du Dir während der Kur viel leichter dafür Zeit nehmen, weil Dir viele Alltagsaufgaben wie kochen, einkaufen und putzen abgenommen werden.

In Deinem Kurtagbuch kannst Du täglich Deine Erlebnisse und Erkenntnisse notieren und über den Zeitraum der drei Wochen Deinen persönlichen Entwicklungsprozess festhalten. Deine Prozesse, Reflexion von bestimmten Themen und Herausforderungen Deines Alltags und neue Impulse durch den Austausch mit anderen Müttern oder den Klinikmitarbeiter*innen.

Neben diesen täglichen freien Notizen habe ich in meinem Kurtagebuch zusätzliche Reflexionsfragen für Dich zusammengestellt, die Deine persönlichen Entwicklungsprozesse unterstützen können und die Du ganz in Deinem Tempo bearbeiten kannst. Im Alltag fehlt vielen Müttern die Zeit, um mal in Ruhe solchen Fragen nachzugehen. Nutze den Raum, der sich während der Kur bietet, um solche Fragen und Überlegungen, die Du sonst vielleicht nur im Kopf bewegst jetzt auch mal zu verschriftlichen.

Wenn Du Dir Austausch dazu wünschst, kannst Du das Gespräch mit anderen Müttern suchen, das Thema in ein Gespräch mit der Psychologin oder Sozialarbeiterin einbringen oder einfach mal abends mal mit Deiner besten Freundin am Telefon darüber sprechen. Auch die geplanten Gespräche mit den Therapeuten/Ärzten während der Mutter-Kind-Kur kannst Du schriftlich in Deinem Tagebuch vorbereiten oder Ergebnisse dieser Gespräche festhalten.

Übergang zum Alltag

Hier schließt sich jetzt der Kreis. Wenn Du Dir zu Beginn Deiner Mutter-Kind-Kur Ziele für die drei Wochen gesetzt hast, dann darfst Du zum Schluss natürlich überprüfen, ob Du Deine Ziele erreicht hast. Im besten Fall hast Du auch schon erste Ideen und Vorhaben für die Zeit nach der Mutter-Kind-Kur entwickelt. Dann solltest Du sie ebenfalls schriftlich festhalten. Denn, wenn Du erstmal zu Hause angekommen bist, erwartet Dich der ganz normale Alltag und ohne klares Vorhaben kann sich der Kurerfolg ganz schnell wieder in Luft auflösen.

Da Du als Mutter im Familien- und Arbeitsalltag wieder deutlich geforderter bist als während einer Mutter-Kind-Kur, empfehle ich Dir, dass Du Dir erstmal nur ein Ziel vornimmst. Das gibt Dir einen klaren Fokus, Du verlierst Dich nicht in verschiedenen Vorhaben und kommst dadurch schneller zum Erfolg.

Denke auch daran, dieses Vorhaben mit Deinen Liebsten oder anderen Menschen, die davon betroffen sein werden, zu kommunizieren. Wenn Du Deinem Umfeld von Deinem Vorhaben erzählst (auch wenn sie nicht direkt davon betroffen sind), Du also ein Commitment, eine Art Selbstverpflichtung, abgibst, dann erhöht das Dein Dranbleiben und Deine Verbindlichkeit.


„Ich habe dieses Kurtagebuch entwickelt, damit Du den bestmöglichen und vor allen Dingen
einen nachhaltigen Erfolg aus Deiner Mutter-Kind-Kur herausholen kannst
und sich Dein Mama-Alltag auch nach der Kur positiv verändert.“

Danke für die inhaltliche Vor- und Nachbereitung meiner Kur. Auch das Kurtagebuch hat mir sehr gut gefallen und unsere Zeit dort begleitet. Der Austausch und die inhaltlichen Themen in der anschließenden Gruppe waren sehr bereichernd.

Isabel

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg während und auch nach Deiner Mutter-Kind-Kur! Nimm Dein Leben aktiv in die Hand!

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