Burnout ist mehr als nur Stress und bei uns Müttern kommt noch die ein oder andere Besonderheit hinzu, die man bei Berufstätigen so nicht unbedingt beobachten kann. Für mich sind es vier Faktoren, die einen Erschöpfungszustand bei Müttern besonders machen:

 

Mental Load

Wir starten mit Mental load. „Was ist denn das?“ fragst Du Dich vielleicht. Ich bin mir sicher, Du kennst es!

Es sind die endlosen ToDo- bzw. ToThink-Listen, die wir Mütter jeden Tag versuchen abzuarbeiten. Manches steht auf einem Papier, für dessen Bearbeitung sich aber auch nur wir Mütter verantwortlich fühlen. Der Rest befindet sich in unseren Köpfen. Aber wenn eine Sache erledigt ist, kommt schon die nächste Info rein. Bespiel gefällig?

 So sah das neulich bei mir aus:

„Ich bin heute mal einen Tag nicht an der Arbeit, weil ich kaum sprechen kann. Aber denken kann ich ja, und Emails schreiben, und Termine planen, und Post bearbeiten, und Briefe schreiben, der Babysitterin für heute Abend absagen, und kochen, putzen, waschen, Müll rausbringen, Altglas entsorgen, u.v.m. …. Was halt so jeden Tag ansteht oder von gestern und vorgestern und von letzter Woche noch so liegen geblieben ist.“ Wer kennt’s noch?

Doch was hilft dagegen? Meine TOP 3 lauten:

  • Konsequentes Delegieren.
  • Nein sagen.
  • Und Dinge auch mal liegen lassen.

Perfektionismus lässt nämlich grüßen!!

 

Fehlende Selbstbestimmung

Obwohl Du im bisherigen Leben vielleicht immer recht gut organisiert und eigenständig warst, ändert sich das schlagartig, wenn Du diesem riesigen Berg von Anforderungen als Mutter gegenüberstehst.

Dabei ist weniger die Masse an Aufgaben das Problem, sondern im speziellen die fehlende Selbstbestimmung bei der Erledigung dieser Aufgaben. Denn Du kannst die Dinge einfach nicht mehr so selbstbestimmt angehen, wie Du es früher evtl. im Job gewohnt warst. Ständig drängen sich neue wichtige und dringendere Aufgaben in den Vordergrund, bevor Du mit den bisherigen Aufgaben fertig warst.

Der eigene Perfektionsanspruch in Kombination mit den ständig neuen Aufgaben und Bedürfnissen der Kinder sorgt dafür, dass Du einfach nie fertig wirst. Und dieses Gefühl des Niemals-Fertig- Werdens ist oft sehr ernüchternd und führt zu einem Gefühl des Unfähig-seins.

Dabei ist es einfach nicht zu schaffen, zumindest nicht allein, und es sollte auch gar nicht das Ziel sein, es allen recht zu machen. Denn allen kannst Du es sowieso nie recht machen! Denn, wenn Du das Gefühl hast, dass Du es doch mal geschafft hast, dann hast Du Dich selbst und Deine eigenen Bedürfnisse mit Sicherheit vergessen.

 

Isolation

Als junge Mutter fühlt man sich schon das eine oder andere Mal allein gelassen. Gerade wenn man sich entscheidet, länger als ein Jahr Elternzeit zu nehmen. Im ersten Jahr findet man beim reichhaltigen Angebot von Babykursen vielleicht noch Austausch mit anderen Müttern, aber spätestens nach einem Jahr bricht dieses Umfeld dann häufig wieder zusammen, wenn der Großteil der Mütter wieder in den Beruf zurückgeht und die Kinder zur Tagesmutter oder in die Kita gehen.

Der Austausch mit Müttern, die Kinder im gleichen Alter haben, hat oft den Nachteil, dass man recht schnell ins Vergleichen gerät und man so unterschwellig eher in Konkurrenz zu einander tritt, statt sich gegenseitig zu unterstützen.

Was vielen Müttern heutzutage fehlt, ist die Unterstützung durch eine Großfamilie, die Nachbarschaft oder den „Klan“. Ein afrikanisches Sprichwort sagt:

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.“

Ich finde, da ist viel dran: Es ist einerseits für die Kinder wichtig, mehr als nur die Kleinfamilie aus Mama, Papa und vielleicht Geschwisterkindern zu erleben, aber mindestens genauso wichtig ist dieses „Dorf“ für die Mama (und den Papa). Denn dieses „Dorf“ kann sie auf unterschiedlichste Weise unterstützen:

–  mit dem Erfahrungswissen,

– Möglichkeit zum Austausch,

– ein Gefühl von Zugehörigkeit,

– Gemeinschaft,

– gegenseitiges Unterstützen in unterschiedlichsten Lebensbereichen.

 

Wertschätzung

Viele Mütter fühlen sich in ihrem Sein und Tun zu wenig anerkannt und leiden unter dieser mangelnden Wertschätzung. Ja, da liegt gesellschaftlich einiges im Argen:

Das Sorgen für Haus & Hof ist in der Gesellschaft nicht gut angesehen und nicht einer bezahlten Erwerbsarbeit nachzugehen, wird als ein Defizit-Zustand betrachtet. Daraus entsteht oft ein Rechtfertigungsdruck für uns Mütter, und das obwohl die „Erziehung“ unserer Kinder eigentlich ein gesellschaftlich bedeutender Auftrag ist:

  • 6 GG (2):„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“.

 

Aber anstatt uns selbst in Anbetracht dieser unersetzlichen „Arbeit“ einen hohen Wert zuzusprechen, hinterfragen wir uns beständig:

– Bin ich eine gute Mutter?

– Mache ich alles richtig?

– Was denken die anderen über mich als Mutter?

 

Aber:

Ich kann mich als Mutter und andere Mütter in meinem Umfeld für unser Dasein als Familienmanagerinnen auch einfach selbst wertschätzen, anstatt darauf zu warten, dass die Gesellschaft sich ändert. Die Arbeit zu Hause kann man in meinen Augen absolut als gleichwertig zur Erwerbsarbeit sehen; denn nur weil einer sich hauptsächlich um die Arbeit zu Hause kümmert, kann der Partner überhaupt Vollzeit arbeiten gehen

Das sind für mich die vier wichtigsten Faktoren in Bezug auf die Burnoutgefährdung von Müttern.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Worten vielleicht das diffuse Gefühl der Erschöpfung und deren Gründe greifbarer machen konnte und lade Dich ein, die vier Faktoren für Dich persönlich nochmal zu prüfen:

  • Wie gehst Du mit Deinem Mental Load um?
  • Wie geht es Dir mit der fehlenden Selbstbestimmung als Mutter?
  • Wer gehört zu Deinem Dorf und wer fehlt Dir noch in Deinem Dorf?
  • Welchen Wert gibst Du Dir als Mutter und Familiemanagerin?

Solltest Du nach diesem Artikel das Gefühl haben, das einer oder mehrere Faktoren Dein Leben gerade negativ beeinflussen und Deine Freude am Mama-Sein einschränken, dann nimm gerne Kontakt mit mir auf. Ich kann Dich im Coaching begleiten, eine gesunde Selbstfürsorge für Dich zu entwickeln und Dein Leben als Mutter wieder zu genießen.